Trinidad Dzong – Museum und Tee trinken – 29.9.2017

Zuerst zu gestern :

Irgendwas klappt mit dem Text nicht , es werden Korrekturen nicht übernommen und zum Teil verschwindet der Text ?

So sieht es auf jedem Fall auf meiner Ansicht aus , die Website kann ich nicht aufrufen und sehe leider nicht , was dort erscheint .

Wir sind wieder auf der Piste , da es regnet und noch nebelig ist, sind die Straßen nicht besser geworden .

Zuerst aber verlassen wir den Ort Jakar .

Frauen mit ihren heute eingemummten , bemützten Kindern kommen uns im Regen entgegen .

Es ist kalt und nass , eine Erkältung habe ich schon , jetzt kommt der Husten dazu.

Auf dem Weg nach Trongsa kommen wir nicht nun an religiösen Stätten mit wehenden Gebetsfahnen vorbei, sondern auch an dem Ort Chhumig vorbei, wo sich eine Schule befindet, an der auch Lobsangj 6 Monate gelernt hat. Wir biegen ab , er will mir mal die Schule zeigen .

Er setzt mich erst mal zu ein paar Studenten, die gerade für Geographie mit einer praktischen Arbeit in einem kleinen offenen Rundbau beschäftigt sind. Alle starren mich an , aber irgendwie bin ich noch nicht so richtig für Gespräche aufgelegt, mehr als das , woher ich komme und ob ich Journalistin bin , fragt man mich nicht , bestimmt , weil ich so wortkarg bin und nur gequält frage , was sie gerade da machen . ( leider kein Foto gemacht , war wohl noch zu malade..)

Endlich erlöst mich Lobsangj, aber jetzt werde ich erst mal seinem alten Lehrer vorgestellt , der immer noch dort arbeitet und dann haben wir eine Verabredung beim Direktor zum Kaffee – Mirjam , reiß dich zusammen –

Das wird dann aber mit dem Direktor ein richtig tolles Gespräch . Er ist ganz offen . Die Schule hat 160 Studenten und 17 Klassen , Privatschule. Er geht Ende des Jahres wieder an eine staatliche Schule und ist darüber richtig froh. Er sagt , der Leistungsdruck für die Lehrer und auch für ihn , wäre unvorstellbar. Es gibt keine freie persönliche Zeit , denn die Schule muss immer versuchen , unter den Besten zu sein , ob beim Sport oder auch in andern Fächern .

Wir unterhalten uns noch ein bisschen , wir schauen uns auf dem Gelände um und dann gehts weiter.

Über den Weg möchte ich nicht mehr berichten , ich habe überlebt und wir kommen in Trongsa an.

Wirklich beeindruckend liegt der Trongsa Dzong hoch oben auf einem Berg über einer Schlucht und ganz tief unten windet sich der Fluss.

Es hat sich zu dem Dzong noch ein kleines Dorf gesellt und hier gibt es eine Stimmung , wie an einer Pilgerstätte.

Zur Entstehung gibt es übrigens verschiedene Geschichten.

Ein sagt, dass Ngagi Wangshuk ( muss man nicht wissen) an einen entfernten Punkt meditierte und genau dort ein helles Licht sah. So wurde der Dzong dort errichtet

Eine weitere sagt, dass an der Stelle die Hufabdrücke des Pferdes einer Gottheit gesehen wurde und deshalb wurde dort der Dzong errichtet

Eine weitere gibt es zwar , zähle ich aber nicht mehr auf.

Im gegenüberliegenden Wachturm gibt es ein wirklich schönes Museen mit steiler Treppe , wunderschönen Exponaten , die die Königsfamilie zur Verfügung gestellt hat.

Das Museum befasst sich mit der Monarchie und buddhistischer Kunst.

Natürlich waren wir im Dzong Tempel . Dort fand gerade eine Zeremonie statt , die hauptsächlich aus Trommeln bestand , ganz besonderer Trommeln , die eine Schlagvorrichtung haben direkt an der Trommel , kannte ich nicht , aber es gab auch noch andere Blasinstrumente.

Es war sehr spirituell und ein bisschen Gänsehaut hatte ich schon.

Leider darf man in den Tempeln nicht fotografieren , schade , aber ich verstehe das auch . Die Mönche sind zum Teil völlig versunken in Meditation.

Heute gibt es nur noch Tee im Dorf und dann will ich Auszeit und mal was lesen .

Erst zum Abendessen raffe ich mich wieder auf .

Gut , dass ich von gestern noch genug Karma habe , sonst wäre das heute nichts geworden.

Übrigens, einer der Fahrer wollte, dass ich seine Touristen überzeuge , dass der Weg befahrbar ist. Die Leute haben gestreikt , der Weg sei unbefahrbar – wir waren ihn gerade gefahren

Die Klosterwelt von Bumthang und mein erster Vortag in englischer Sprache 28.9. 2017

Zuerst muss ich zwei Anmerkungen machen :

1. ich kann jetzt Bilder hochladen und habe dass für den 26.9. getan , so dass man , wenn man mag , sich die Bilder gerne mal anschauen kann ( mit Bericht zu öffnen)

2. gestern fehlt eine wirklich nette Geschichte:

Man sieht eine Frau mit einem Schirm , die was weißes verkauft , nämlich Käse . Ich hatte erwähnt , dass ich hier überhaupt noch keinen Käse gegessen habe , obwohl es doch überall , auch da , wo man sie nicht haben will , Kühe rumstehen. Isst man hier keinen Käse?

Lobsangj kauft gleich am nächsten Stand Käse und zeigt ihn mir . Er wird ihn auch auf seine Art mit Knoblauch und Chilipuder selbst im Restaurant für mich zubereiten . Das kann ich erst nicht glauben , passiert aber . Ich bekomme seinen zubereiteten Käse serviert und so , wie es aussieht , hat er die Käsegeschichte auch in der Küche erzählt , denn , ich bekomme Bohnen mit Käsesauce, Karotten mit Käsesauce , Kartoffeln mit Käsesauce und Spinat mit Käsessauce , natürlich ist es immer die gleiche Käsessauce , aber die Küche ist auch nicht so abwechslungsreich- so esse ich die obigen Gemüsesorten eigentlich immer gleich zubereitet jeden Tag und dazu gibt es jeden Tag Hühnchen . Aber beim Frühstück ist Abwechslung , manchmal bekomme ich Omlett und manchmal nicht , aber wo ich gerade bin , in der Rinchenling Lodge bekomme ich tatsächlich morgens Käse , ein leckeres Toastbrot , wenn ich möchte ein Omelett , Jogurt und Apfel – richtig lecker.

Heute gehts wieder um 6 Uhr los zur Morgenwanderung. Hier ist noch nichts los und so wandern wir gemütlich an Stupas und Gemüsefeldern vorbei , sehen immer mal wieder den Fluss , reden ein bisschen über den heutigen Tagesablauf und beachten die Hunde nicht , die man hier überall in Massen sieht . Wild streuende Hunde machen mir immer etwas Angst , aber Lobsangj sagt , nicht hinschauen .

Lobsangj hat es geschafft , dass ich heute eine Schule besuchen darf , denn das ist eigentlich verboten . Die Bhutaner haben viele Regeln und normaleres halten sie sich auch daran , heute zum Glück nicht . Ein Freund ist dort Lehrer und hat wohl auch im Lehrerkollegium einiges zu sagen und so sind wir verabredet .

Wir kaufen noch Schokolade und ein Gastgeschenk für den Lehrer wird mir auch in die Hand gedrückt . Eine kleine Scheibe eines Gurus – nicht fragen welcher , behalte ich nicht.

Wir sind früh dran und sehen , wie die uniformierten Kinder mit ihren Essensbehältern zur Schule gehen oder zu 4. mit einem Moped gebracht werden.

Zur Schule fährt man etwas länger als 1 Stunde nach Ura. Sehr , sehr schöner Weg .

Unterwegs ruft der Freund nochmal an , macht eine konkrete Uhrzeit aus und fragt genau nach , was ich mache , weist darauf hin, dass es auf keinen Fall einen politischen Hintergrund haben darf , dass ich die Schule anschaue und verpflichtet mich , einen Vortag über meine Person , woher ich komme , was ich mache , was mich bewogen hat , einen Blog zu schreiben und dass ich bitte sage , was ich über Social Media denke , zu halten. Upps – in 15 Minuten sind wir da , soviel zur Vorbereitung. Ok , ich mach’s.

An der Schule holt der Lehrer uns ab und begutachtet mich . Ich , lässig gekleidet , da ich ja von meinen Auftritt nichts wusste ( habe aber auch nicht viel anders dabei / hätte evtl meine helle Jeans angezogen – Ende der Auswahl , denn Wanderhose hätte es jetzt auch nicht gebracht )

Er sagt mir nochmals persönlich, was er von mir erwartet und da sind wir auch schon vor dem Klassenraum der 9a.

“ Good Morning Madam “ 27 Schülerinnen und Schüler stehen auf, begrüßen mich und schauen mich erwartungsvoll an. Der Lehrer sagt ein paar Worte , mir wird vorne ein Stuhl hingestellt , Lobsangj muss sich unter die Kinder mischen und dann wird erst einmal die Mathe – Aufgabe zu Ende gebracht . “ Wir berechnen den Inhalt eines Zylinders “ , da staune ich aber , wie flink das geht , und alle sitzen da mit ihren Taschenrechnern. Übrigens , der gesamte Unterricht wird in englisch abgehalten .

Jetzt komme ich dran und mir ist sofort klar, dass hier jeder besser englisch spricht als ich , also Mut zur Lücke .

Ich halte meinen Vortrag , sage was zu mir, zu meinem Beruf, zu meinem Büro und zu meinem Blog , warum ich ihn einrichten wollte, ( ich wollte meine Erlebnisse mit Menschen teilen , die mir wichtig sind – Familie , Freunde , Mitarbeiter , aber auch wer sonst noch Lust hat , teilzunehmen) wie ich es angestellt habe , den Blog zu installieren, dass “ Linus “ den Namen des Blogs gefunden hat, dass wir professionelle Hilfe brauchten, um ihn zu installieren und warum ich es überhaupt – in meinem Alter – noch gemacht habe ( ich will mich auf neue Möglichkeiten der Kommunikation einlassen) Klar ist , wir kommen an Social Media nicht mehr vorbei . Wir sind mit dem Büro auf Facebook vertreten ,Instagram löst Facebook schon ab , wir sind über XING , Linkin vernetzt und diese Medien gehören zu unserer modernen, fortschrittlichen Welt und zu unserem Alltag . Dabei ist der sorgsame Umgang und das Abwägen, was ist zwingend notwendig , was ist für mich wichtig und wovon darf ich mich nicht ablenken lassen, wichtig zu erkennen und zu beurteilen. Mehr als meine eigene Meinung dazu kann ich den Kindern nicht mit auf den Weg geben . Ich wünsche allen noch , dass sie ihren persönlichen Lebensweg gehen und dann gibt es Fragen . Eine finde ich ganz speziell, nämlich wie ich mich gefühlt habe , als ich von Sikkim nach Bhutan gekommen bin und was ich empfunden habe ? Tja , eigentlich habe ich mich gleich wohlgefühlt, denn es ist im

Vergleich zu Sikkim sehr sauber und aufgeräumt und natürlich ist die Landschaft , wegen der Ähnlichkeit zur Schweiz, sehr vertraut , aber auch die Menschen haben mir gleich gefallen .

Dann gibt‘ s Schokolade und das Geschenk, ein Abschiedsbild und wir sind weg.

Draußen schauen wir uns noch die Küche an, die Bilder sprechen für sich.

Wir schauen uns noch das Dorf Ura an . Nicht direkt spektakulär, aber es gibt einen Tempel der Guru Rinpoche geweiht ist und eine wunderschöne Fassade hat. Es wird gerade gefegt , der Tempel ist geschlossen , die Leute , die dort arbeiten , sind muffelig und unfreundlich , es laufen die Vorbereitungen zu einem Festival . Die Menschen hier sind Yaks Hirten und alles wirkt sehr mittelalterlich. Die Frauen tragen weiße Tücher um den Kopf und im Winter binden sie sich ein Schafsfell über den Rücken . Keine Veränderung geplant .

Jetzt gibt es für mich eine Überraschung.

Wir fahren an den Punkt , von dem man den wunderschönsten Blick über das gesamte Tal hat und es wird mir ein Stuhl ( kenne ich aus Kanada) aufgestellt und ein Tisch mit Decke , ich bekomme Tee und Kleckse und beteilige beide an dem Vergnügen des Keksessens.

Es geht mir richtig gut und Spaß habe ich auch . Als es zu regnen anfängt , wird eingepackt. Ich darf nicht mithelfen – oh wie schön 😊

Jetzt wird es aber Zeit , dass ich heute noch was lerne . Auf zum Jampey- Kloster. Im 7. Jahrhundert baute König Songten Gampo aus Tibet 108 Tempel in Tibet und im Himalaja Gebiet. Die meisten wurden durch die Chinesen zerstört , nur einige wenige sind enthalten , auch das oben genannte , dass als ganz wichtig angesehen wird.

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< Das<<< ter ist geschlossen , aber wir rufen einen Mönch an , der uns öffnet. Wir sehen uns nur einen kleinen Teil dieses für Bhutan und das Himalaja Gebiet bedeutsame Klosters an , aber es ist wieder anders , hat eine Mauer , auf der sich 108 Stupas befinden . Wir müssen über eine Holzleiter über die Mauer klettern , sonst kämen wir nicht auf das Gelände. Und wieder eine Überraschung für mich <<<<<<<<<<<<Lunch gibt<<< außen in einer besonderen Umgebung am Fluss. Ich darf nicht mithelfenden-super machen die beiden das. Ich gehe mal mit den Füßen in das eiskalte Wasser und fühle mich schon wieder - sauwohl Lobsangj und ich setzen uns ab und die Nachmittagswanderung geht los . Wir müssen erst einmal über die Hängebrücke auf die andere Seite des Flusses <<<<<<<<<<<<<<< Wir wandern<<< n - wir besuchen weitere Klöster ,geben unsere Gaben ab, gehen im im Uhrzeigersinn um die Tempel , lassen uns das Allerheiligste von den Mönchen aufschließen , beten , wünschen uns was , wo die Wünsche in Erfüllung gehen sollen, würfeln und ich habe Glück, meine Zahl , die 8 ist die Glückbringende ( sagt der Mönch) jetzt geht mein Wunsch , der aber geheim gehalten werden muss , in Erfüllung, trinke das heilige Wasser nicht mehr , sondern wasche mich damit , lasse mir die Gurus erklären und immer wieder den Buddhismus und die Zusammenhänge, laufen weiter durch Matsch und Pfützen, stelle fest , dass die Wanderwege nicht besser sind , als die Straßen und meine Schuhe sind runiert - " nein Mirjam , heute ist es nur ein einfache Wanderung " ( höre ich noch) von wegen . Wir sind 2 Stunden unterwegs mit leichten Schuhen, aber immer guter Dinge und dass hier überall Marihuana wächst, scheint auch niemanden zu stören . <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< Essen gibt es heute für uns mit der Familie bei der Küche , wir beide sind die einzigste Gäste . Ich kann wieder deutsch reden , da auch der Sohn dabei ist , seine Tochter und seine Frau auch und ich habe ein schönes warmes Gefühl. Was ich heute alles erlebt habe , sprengt jeden Blog , aber ich bin froh um den Tag , der mir hoffentlich ganz lange im Gedächtnis bleiben wird und an den ich mich immer gerne erinnern werde. Ich bin Lobsangj hochdankbar, dass er mir den Schulbesuch ermöglicht hat, davon bin ich noch ganz erfüllt, denn wenn ein Land einen Fortschritt machen will , dann geht das meines Erachtens nur mit Bildung , und da ist man richtig bemüht .

Für heute stimmt mein Karma und vielleicht reicht es sogar noch für Morgen.

Kloster Gangtay, heiliges Wasser – ich will nicht mehr auf diesen Straßen fahren – und der Weg nach-Bhumthang- 27.09.2017

Ich nehme es vorweg – 8 1/2 Stunden reine Fahrtzeit für 165 km 😩😩

Um 5.30 Uhr bekomme ich einen Wakeup call von Lobsangj . Was , die Nacht schon rum ?

Ich schleppe mich aus dem Bett , ungewaschen gehts los zu einem Morgenspaziergang.

Ich kann noch nicht sprechen , aber Lobsangj erzählt mir schon was von der Gegend.

So langsam werde ich wach , den es ist schön im zuzuhören . Wir wandern wieder in diesem schönen breiten Tal in Wangdue Phodrang. Die Pferde kommen uns entgegen , die Kühe sind schon wach , die herumstreuenden Hunde und ein Schreiner Arbeiter such, der Schreiner beginnt morgens immer um 5.30 Uhr sagt er.

Übrigens erfahre ich heute morgen auch , dass von den 250 USD 56 USD direkt ab die Königsfamilie gehen . Der Rest geht ans Reisebüro. Auch nicht schlecht , denn ich sehe ja manchmal schon , was so eine Übernachtung in Bhutan kostet . Teurer als 70€ habe ich hier noch nicht gesehen .

Schön anzusehen ist es auch , wie es immer heller wird und die Sonne schon ihre Lichtstreifen wirft . Die Welt erwacht hier ganz langsam .

Ich bekomme ein ländliches Frühstück und verabschiede mich herzlich von den beiden Mädels , die mich so lieb betreut haben .

Mit Ugyn trage ich noch eine gelbe Linie in die Karte und los gehts, Kloster Gangtay ist unser Ziel.

Das Kloster ist 400 Jahre alt , aber zwischenzeitlich renoviert. Pema Linga hatte seinerzeit prophezeit, dass sein Enkel , die erste Reinkarnation von Pema hier ein Kloster bauen würde . Dies geschah dann auch 1613 .

Mir gefällt dieses Kloster sofort. Natürlich steht es wieder an einer fantastischen Stelle mit einem tollen Ausblick, aber mehr noch gefällt mir , als wir durch das Tor gehen , der Hof und dann auch der Tempel ansich. Ich finde ihn wunderschön mit ganz besonderen ornamental und aufwendig bemalten Holzkonstruktionen .

Die Mönche laufen in Gruppen und unterhalten sich ( kommt auch nicht immer vor) Ein Gemurmel kommt aus dem Tempel , es ist Messe , also auch für die Bevölkerung, aber was haben die Mönche denn zum Teil für Schuhe an? Es sind Schuhe für einen bestimmten Anlass . Natürlich frage ich einen Mönch , ob ich mal seine Schuhe fotografieren darf, dafür hebt er sogar etwas sein Gewand.

Wir gehen in das Kloster hinein und ein Mönch hält mir eine Messingkanne hin , ich verstehe nichts, aber Lobsangj hilft mir und sagt , „nehmen sie das Wasser in die Handflächen und trinken sie es – heiliges Wasser „. Ich bin so überfahren und mache es auch gleich , aber sofort danach denke ich an die mahnenden Worte vieler Menschen: kein Wasser außer Mineralwasser aus Flaschen trinken .

Oh Gott , was habe ich getan ? Welche Auswirkungen wird es haben ?

Es hat keine , das kann ich heute Abend sagen .

Im Kloster und auch gestern schon auf den Straßen oder auch im gestrigen Kloster ist mir schon aufgefallen, dass meist die älteren Frauen kurze Haare haben . Das kenne ich von Indien nicht , dort sind sie immer lang .

In Bhutan handelt es sich aber um eine Einheitsfrisur, franseliger Pagenkopf wie selbstgeschnitten, ist er sicherlich auch , ich habe noch nie einen Friseur hier irgendwo gesehen .

Wir machen uns auf zum Pelela Pass 3300 m .

Dort sollte man wieder bei freier Sicht Jhamakhori oder Bhutan Himalaya peaks sehen , aber ….

Es geht heute rauf , wieder runter , über den Nikkarchi River , an den Chendebji Chörten ( Nachbildung aus Kathmandu) aus dem 12 Jahrhundert vorbei und auch die Vegetation verändert sich. Teils Nadelhölzer, dann gemischt mit Laubbäumen, lichtere und auch dichtere subtropische Vegetation , tiefe Schluchten und dann wieder weite Ebenen , wie in der Schweiz halt . Wir müssen nochmals bis auf 3400m hoch und dann gehts ins Bumthangebiet.

Die Häuser verändern sich , man spürt Reichtum . Es gibt massive Steinhäuser mit besonderen Holzkonstruktionen und Bemalungen . Die Frauen tragen wieder Trachten, was hierher genau passt.

Eigentlich wollte ich zu den Straßen nichts mehr sagen , aber bei uns wären sie fast alle gesperrt,

Keine Absicherung auf der Schluchtenseite , Geröll , Schlamm Schlaglöcher tief und groß , kleine Seen …

Heute blieb vor uns ein LKW im Schlamm stecken und es ging nichts mehr , wir selbst haben uns einmal festgefahren und nur dem hervorragenden Fahren von Ugyn haben wir es zu verdanken , dass wir da wieder rauskamen , einmal haben wir aufgesetzt , so tief hingen wir im Schlamm und eine Pause gabs noch , weil Felsen und Geröll vom Berg herunterkamen und weggeräumt werden mussten. Zum Glück steht an jeder Ecke ein Bagger .

Ich bin heute in so einem schönen Haus , wie oben erwähnt, untergebracht und es hat hier ein nettes Restaurant , in welches auch Menschen von außen kommen .

Bedient würde ich vom Sohn des Hauses , der , nachdem er wusste , dass ich Deutsche bin , Deutsch mit mir sprach – 6 Monate Luzern , Schweiz und er macht weiter 2x pro Jahr 2 Monate immer in Luzern , Deutschunterricht.

Dann kam auch der Vater , sprach übrigens auch deutsch , denn er hatte vor 34 Jahren eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker in Emmental , Schweiz gemacht.

Das ist doch verrückt .

Tja , habe noch ein bisschen mit Lobsangj mit dem Handy gespielt , nein falsch , waren schon wichtige Infos und sind jetzt auch per WhatsApp verbunden .

Trotz der anstrengendes Fahrt habe ich ein gutes Gefühl und glaube , mein Karma stimmt für heute und selbst , dass ich morgen wieder früh raus muss , da wir vor dem Frühstück wandern , freut mich , denn es war auch heute morgen zu

Thimphu und Weg nach Gangtay 26.09.2017

Ich weiß jetzt den Namen des Fahrers : ugyen tenzin . Tja , wenn man das schnell spricht , soll mal jemand dahinterkommen , wie das geschrieben wird.

Zuerst geht es zu den Erinnerungs- Chörten. Gestern , bei unserem Abendsparziergang sind wir schon dort vorbeigekommen und es war eine wunderschöne Beleuchtung in der Dunkelheit.

Es handelt sich um ein Erinnerungsdenkmal von 1974 für den verstorbenen 3. König ( verst.

1972 )

Man geht durch ein ( bewachtes – sieht man hier übrigens überall ) schmales , aber hohes Tor und hat gleich einen fantastischen Blick auf das Gebäude , das eine große Stupa ist.

Wir sind nicht die ersten , obwohl es erst 8.40 Uhr ist . Viele Betende sind schon da und unterwegs , denn man muss die Stupa dreimal im Uhrzeigersinn umrunden und dabei Mantras und Gebete rezitieren. Auch wir umrunden drei mal , Mantras kommen aber nur von Lobsangj.

Dabei sehe ich auch mal aus der Nähe ein Butterlampenhaus .

Abschließed gehen wir zu den riesigen Gebetsmühlen , an den schon richtig Betrieb herrscht , gehen an allen Betenden vorbei und drehen Mühlen auch kräftig , Lobsangj murmelt wieder etwas .

Er hat übrigens neben Geschichte , 3 Jahre Buddhismus studiert . Er ist ein sehr Gläubiger junger Mann.

Meines Erachtens überqualifiziert für den Job , ( dachte ich gestern schon mal bei einer Gelegenheit ), denn er hat noch mehr Abschlüsse , aber er erzählt mir , dass er keinen Job findet , der seiner Ausbildung entspricht . Die Jobs gehen hier alle nur mit Vitamin B an neue Mitarbeiter. Auch berichtet er , wie korrupt sein Land ist , das habe ich garnicht gewusst.

Erschwerend ist, dass er vom Land kommt , nahe der chinesische Grenze und dadurch erst einmal keine Beziehungen in Thimphu hat. So schade für ihn , er macht auf mich einen völlig aufgeweckten Eindruck .

Wir sprechen viel – er spricht viel mehr als ich – über Weltgeschichte und Politik.

Von weitem sehen wir schon die Buddha Statue Dordenma auf der Höhe. 51 Meter hoch , goldfarben , prächtig anzusehen .

Es ist gerade ein Festival und es wimmelt von Mönchen und vielen Menschen, die extra gekommen sind . Das Festival dauert hier übrigens 3 Tage . Im Innern befinden sich 100.000 , ja die Zahl stimmt, kleine 20 cm hohe Statuen – hinter Glas . Lobsangj erklärt mir die Entstehungsgeschichte Buddhas , die an den Wänden dargestellt wird . Wieder murmelt mein Begleiter und lässt sich heiliges Wasser bringen , das reinigt .

Übrigens hat er sich beim reingehen eine Schärpe umgehängt , die zeigt , welchem Glauben er angehört .

Man hat von hier oben einen Blick über das gesamte Tal .

Das Museum ist wegen des Festivals geschlossen und so gehen wir in den ehemaligen Zoo, der jetzt Takin Reservat ist.

Der Takin ist das nationale Säugetier Bhutans.

Dort gibt es eine süße Begegnug mit einem kleinen Mädchen , dass immer in die Dekoration klettern möchte , um das Holztier zu streicheln .

Wir sind auf dem Weg zum Dochula Pass ( 3050m).

Viele kleine Siedlungen und Täler , immer wieder einfache kleine Stände mit meist Äpfeln und Gemüse am Wegesrand , die von Kindern bis zu alten Frauen besetzt sind.

Wir essen in einem kleinen Dorf , in dem es wunderschöne Bemalungen an diesen immer wieder beeindruckenden Häusern, gibt . Erinnert mich ein bisschen an Lüftenmalerei .

Das Restaurant ist eine richtige Touristen Absteige, aber das Essen schmeckt gut, wenn auch überhaupt nicht traditionelle Küche .

Morgen will ich das nicht mehr , mein Kommentar , Lobsangj schaut mich bedröppelt an . Ich hatte doch den schönsten Fensterplatz und einen tollen Blick , stimmt ja, er hat ja recht und die Toiletten war auch super und außerdem ist hier mein Ritter Sport Mini Bild entstanden – 4 Kinder strecken mir die Ritter Sport Mini auf meinen Bild entgegen . Ich bin versöhnt und kann wieder lächeln.

Auf dem Weg zum Pass kommen wir noch an Dochu La vorbei. 108 Chörten wurden aufgestellt, die die Bücher der Lehre Buddhas darstellen sollen .

Über die Lehre Buddhas werde ich heute Abend noch einiges hören.

Außerdem hat mein einen fantastischen Blick auf die über 7000 der des Himalaya Gebirges , wenn man dann einen nicht vernebelten oder Wolkenvollen Himmel hat. Was ich hatte , muss ich nicht erwähnen , jetzt fängt es auch noch an zu regnen. Soviel zu , ich fahre in das Gebiet , um den Himalaja zu sehen .

Übrigens , der Weg , die Straße oder ein einziges schlammiges Etwas mit steilen Abgründen ohne Leitplanken oder ähnlichem begleiten uns bis zum höchsten Punkt, der unspektakulär ist.

Bald sind wir dann in Gangtay und beschließen , dass Kloster Morgen zu besichtigen , dann können wir gleich noch eine kleine Wanderung machen .

Wir fahren nach Wangdue Phodrang .

Mir gefällt mein Zimmer in einem Holzhaus ausf einer Farm , trinke Milchtee und los gehts in ein weites Tal . Lobsangj hat sich über seinen “ Bademantel “ eine Sportjacke gezogen. Eigentlich nicht erlaubt , denn er darf nur in seinem traditionellen Outfit auftreten .

Nach einer Dreiviertelstunde sind wir auf einem Hügel angelangt und wir setzen uns mit Blick ins Tal auf die Wiese. Meditation ist angesagt und Lobsangj rezitiert dabei Mantras , die er extra mitgenommen hat. Der Singsang nimmt mich ganz gefangen und ich lasse meine Gedanken los und komme zur inneren Ruhe .

Auf den Rückweg diskutieren mir über Buddhismus, wie sollte es sich anders sein und kommen überein , dass es sich eher um eine Lebenshaltung handelt. Wie gehe ich mit mir und mit anderen um .

Man hätte jetzt auch ein bisschen schweigen können, aber das ist mit dem Mann neben mir gerade nicht möglich .

Beim Abendessen stellen wir fest , dass es Touristen aus Malaysia gibt , die heute Malaysisch gekocht haben . Man fordert mich auf zu probieren , aber mein Essen muss ich auch noch essen. Das sind wieder Massen , aber wir haben viel Spaß und das ganze bei Tee und Wasser .

Ich bedanke mich mit typischer deutscher Ritter Sport Mini Schokolade und wir lachen alle herzlich , besonders , wie ich die Sorten erkläre und jeder versucht , das richtige für dich zu erhaschen . Köstlich …. dann sehe ich , wie auch die anderen Personen vom Haus mich anschauen . Eigentlich gibt es nur ein Kind , aber ich bin gleich 10 Täfelchen los .

Selbst Lobsangj schaut fragend und isst sie mal gleich auf ….

Für heute habe ich gutes Karma.

Lobsangj hat sich auf der Seite nicht gefunden , da habe ich ihm den Gefallen getan 😊

Abschied von Nidup und Pema – neues Abenteuer Bhutan, Thimphu – 25.09.2017

Heute Nacht hat es mal wieder geschüttet und es ist richtig heiss. Dafür habe ich mich aber mit meinem Cottage angefreundet , es hat hinten eine tolle Terrasse mit schönem Blick , auf der ich heute morgen noch ein bisschen lesen konnte.

Trotzdem , heute fahre ich gerne weiter .

Wir drei sitzen im Auto und alle wissen , dass heute unsere gemeinsame Reise zu Ende geht. Ich glaube , Pema ist froh , heute nach Hause zu kommen , aber bei Nidup bin ich mir nicht ganz so sicher . Wir haben viel über den Buddhismus und Religionen im allgemeinen gesprochen und unsere Erkenntnisse in Weltliches umgesetzt. Man muss sich wirklich mal die Frage stellen , was ist für mich eigentlich Wichtig im Leben , welche Ziele habe ich ( evtl auch noch ) , wie erreiche ich sie und steht mein derzeitiges Leben damit in Einklang ? Was bedeutet für mich eigentlich Glück? Er hätte sicherlich noch ein paar Tage länger mit mir ausgehalten.

Das reale Leben zeigt mir aber auf der Fahrt , wie hart die Tee Pflückerinnen arbeiten müssen . Es ist war schön anzuschauen , wie Sie zwischen den Teesträuchern stehen oder leicht gebückt sind, aber es ist eine harte Arbeit . An den Plantagen , an denen wir vorbeikommen , wächst übrigens der Assam Tee – nur 3 Ernten im Jahr – nicht 4 , wie in Sikkim.

Bald sind wir schon in der Grenzstadt Jaigoan . Wir müssen auf ein Amt , damit klar ist , dass ich Ausreise . Zuerst aber zu einem Militärposten : Ausweis , Visum, Eintrag in ein dickes Buch und ich muss im Buch auch noch unterschreiben . Es wird keine Miene verzogen . Komisch , wenn jmd eine Uniform anhat , wird er ( meist er) zu einem anderen Menschen oder meine ich das nur?

Anschließend mit allen Unterlagen aufs Amt: Ausweis , Visum , ward ihr schon beim Militärposten ..,

Man glaubt nicht , wie oft ich mich schon in ein Buch habe eintragen müssen und wie oft ich schon kontrolliert worden bin . In der Region dürfte normalerweise nichts passieren .

Dann fahren wir in Richtung Grenzübergang nach Bhutan. Ein großes altes Holztor mit vielen Verzierungen makiert die Grenze . Ein Grenzposten schickt uns zurück : kein Übergang für Touristen , nächsten Übergang benutzen . Das scheint neu zu sein, aber man braucht nicht diskutieren , dann kann man gleich ganz umdrehen .

Der nächste Übergang lässt uns nach Phuntsholing , der zweitgrößten Stadt Bhutans

Wir treffen die neue „Mannschaft „, mein Fahrer , ein Riese für hiesige Verhältnisse mit unaussprechbarem Namen , -gleich wieder vergessen-, (werde ich mir morgen aufschreiben ) und mein Guide , ein junger Mann von 28 Jahren , der mir einen Glücksschal umlegt und sagt : Wellcome to Bhutan, my name is Lobzenj.

( Nidup hatte mir den Namen gestern schon aufgeschrieben , sonst hätte ich ihn auch nicht behalten, geschweige denn richtig geschrieben ) Da stehen sie beide in der traditionellen Kleidung : Kniestrümpfe, so eine Art Bindemantel , sieht aus wie ein Kilt mit Oberteil aus gleichem Stoff und irgendwie noch passender breiterer Stoffgürtel . Ich stehe vor Ihnen und lasse mir meine Überraschung nicht anmerken , stehe da mit Jeans und Bluse , sehr europäisch.

Jetzt heißt es Abschied nehmen . Nach einer kurzen Umarmung steige ich in einen anderen Wagen und los gehts .

Ich sitze gleich vorne , komisch, woher weiß man , dass mir sonst schlecht wird und ich erfahre , dass Nidup genau mitgeteilt hat , was bei mir besonders ist , was ich essen mag , was ich gerne anschaue , dass ich gerne Gespräche mit Menschen führe, Schulen und Kinder anschaue und gerne mit den Kunden rede , gerne laufe und ich weiß nicht was noch …. das ist ja richtig lieb. Ich bin ganz gerührt.

Welch himmelweiter Unterschied, gerade noch im schmutzigen ungeordneter Indien und jetzt im aufgeräumten Bhutan.

Der Unterschied ist zu krass . Es ist sauber , es ist gepflegt , Autos halten an Fußgänger Überwegen – es werden Regeln eingehalten . Die Häuser haben eine eigene wunderschöne traditionelle Architektur , sie erinnern mich ein bisschen an die Schweiz , haben Verzierungen und es gefällt mir gleich gut .

Mein neuer Guide redet und redet in einer Schnelligkeit ( und dann noch englisch ) da verstehe ich mal wieder nur die Hälfte und fasse manchmal nach , aber ich glaube , er ist etwas aufgeregt , ich nicht.

Er erzählt , dass Bhutan Land des Glücks ist . Es soll hier die meisten glücklichen Menschen geben .

Es gehts hoch auf einen Berg ( 2300m) aber nicht mehr wir in Sikkim – gleich rauf und wieder runter – sondern , such zum Teil am Hang entlang und da ist sie wieder , die Schweiz.

Weiterhin gepflegte Häuser , gleicher Baustil, bis der Nebel kommt , man kann keine 10 m mehr sehen , die Warnblinker werden abgemacht , ganz gefährlich bei diesen Kurven , aber die Straßen sind auf jeden Fall ganz gut , bis auf manchmal , leider immer überraschend.

So wie der Nebel gekommen ist , ist er auch wieder weg.

Toller Blick , Sonne – Schweiz bleibt – dann geht es wieder runter , durch einen tropischen Wald und nochmal hoch auf 2900 m zum Chopcha Ridge. Traumhaft schön ist es hier , aber auch Sikkim war so schön , nur etwas anders .

Zwischendurch auf der Höhe gehen wir zum Essen . Ganz typisch einheimisch und keine Touristen , wenigstens erkenne ich keine , sieht eher aus , als wären Arbeiter aus der Nähe hier zum Essen sein – ( ich zahle ca 6€ für Tee, Rindfleisch , Reis , zweierlei Gemüse und Torfu mit Erbsen in Sause) – herrlicher Blick über ein großes Tal .

Nach 6 std Fahrzeit erreichen wir durch wiederum ein ganz besonders schönes Holztor Thimphu, die Hauptstadt Bhutans seit 1955.

Wie fahren in einen schweizer Skiort , ich kann es nicht anders beschreiben, und genau so ist auch die Innenstadt , in der ich wohne .

Ein kleiner Spaziergang durch die Stadt , an Clock Tower vorbei , die Main Street entlang , schöne Geschäfte , aber viel zu teuer , wie mir Lobenj sagt , kaufen wir alles in Paro , halber Preis . Na, dann vertraue ich ihm mal und was er mir heute schon erzählt hat und mich ausgefragt hat , da muss er ja wissen , was wann gut für mich ist .

Ich kann ein schmunzeln nicht verbergen , besonders als er auch noch sagt , er hat mit mir für die Woche ein gutes Gefühl .

Vielleicht habe ich heute gutes Karma und einen Tempelbesuch habe ich nicht vermisst.