Abschied von Bhutan und ein Abend in Kolgata 03.10.2017

Meine Sachen sind gepackt und ich habe noch ein bisschen Zeit , bis ich abgeholt werde.

Habe gerade meine Dankesbriefe an meinen Fahrer und Führer verfasst und den Bewertungsbogen ausgefüllt. Dabei musste ich über die letzten neun Tage nachdenken.

Meine Güte, was habe ich alles erlebt.

Man hat mich nach meinen schönsten Erlebnis gefragt und ich habe wirklich überlegt, was etwas ganz Besonderes für mich war . Natürlich gibt es besonders schöne Kloster, besonders schöne Treffen mit Menschen , besonders tolle Wanderungen, besonders schöne Landschaften , aber etwas Brsonderes nur für mich war, als mir die beiden einen Tisch aufgestellt haben, mich einfach in die Landschaft setzten und ich konnte in Ruhe meinen Lunch und auch meinen Tee genießen. Das war so ein besonders schönes und persönliches Gefühl, unbeschreiblich . Das Gefühl kenne ich nur aus Afrika, wenn man dort alleine irgendwo sitzt und in die Weite schaut .

Habe gerade noch ein Foto von meinem Balkon gemacht , um den Blick bei Tage einzufangen.

Nachts leuchtet das ganze Tal, aber ich kann es nur in meinem Gedächtnis festhalten.

Heute gehts noch zum post office – spannend – Ein Schild am Fenster ist angebracht , aber kein Hinweis , wie man dahin kommt . Hier geht alles nur mit durchfragen .

Die Post ist im ersten Stock . Es sitzen ein paar Leute nicht beschäftigt da rum , und obwohl wir mit Arbeit kommen , bewegt sich nichts. Geld wird einfach in einer Schublade gesammelt und Briefmarken liegen irgendwo dazwischen . Wäre bei uns unvorstellbar.

Bis wir eine Klebeflasche gefunden haben , dass dauert …

Jetzt muss ich noch beschäftigt werden und so gehen wir auf einen Spielplatz für “ Erwachsene “ ( Kinder sind aber auch da und versuchen es manchmal auch selbst) sieht man übrigens ganz häufig und finde ich gut – ich trainiere auch ein bisschen

Immer noch ist Zeit und so trinken wir eine Bananenmilch an einer Bude .

Nun wurde ich lange genug beschäftigt und wir fahren zum Lunch . Da war ich schon einmal , aber heute ist es brummend voll . Letztes Mal waren wir später und es kommen ganz viele Leute zum Mittagessen aus der Umgebung.

Der Vater unterhält sich mit mir in seiner Sprache über Brillen , natürlich habe ich meine Lindberg Brille an , die ich so liebe . Üblicherweise trage ich im Urlaub nie was Wertvolles und nach Möglichkeit nichts Auffälliges, aber bei der Brille habe ich geschwächelt, aber do. kommt man ins Gespräch.

Jetzt wird‘ s Zeit für meine Weiterreise nach Kolgata.

Ohne Stress und mit einer Flugdauer von einer knappen Stunde bin ich da. Etwas genervt werde ich bei der Einreise , da der Beamte übersieht , dass ich schon einen Visumeintrag im Pass habe , nochmal ein Visum einträgt , dann feststellt , dass ich schon eins habe . Das geht natürlich nicht und es muss storniert werden . Das hat er aber noch nie gemacht . Als wir nach 20 Minuten den Schalter wechseln, werden die anderen dort an Schaltern Sitzenden aufmerksam und da nichts los ist ( müsste eigentlich alles ganz schnell gehen) kommen alle immer an unseren Schalter, um zu helfen. Das Problem ist aber, hat noch nie jemand gemacht. Also bleibt es dabei wir sind hilflos und probieren aus und siehe da, nach weiteren 30 Minuten ist mein Eintrag wieder gelöscht, – geschafft. Besser wäre, gleich eine“Hotline“ einzuschalten, aber das bekommen wir selbst ja auch nicht immer gleich geregelt.

Jetzt ist es schon so spät, dass meine Führung und Besichtigung, die eigentlich noch für Kolgata geplant war, ins Wasser fällt. Übrigens hat man auch schon um 11:15 Uhr mit mir gerechnet. Da waren wohl auch alle schon mal am Flughafen auch mein Führer. Tja, das kann nicht mein Problem sein.

So habe ich aber die Chance, endlich mal, alleine los zu ziehen. Ich wohne direkt im Herzen der Stadt, üdort wo es pulsiert und freue ich mich jetzt auch, den Abend für mich zu haben. Hatte ich sonst ja auch immer, aber ich durfte bzw. sollte nicht alleine raus.

An einem kitschigen Schuhgeschäft komme ich nicht vorbei -werde ich nur zu Fasching anziehen und diese Schühchen gibt’s nebenan an einem Marktstand auch für Kinder -so süß, aber gesund sehen die nicht aus und da setzt er wieder ein , der Verstand .

Ich laufe gerade abends so gerne durch die Straßen , wo es von Menschen nur so wimmelt und ich spreche dann auch gerne mal mit den Leuten und natürlich will man mich auch übers Ohr hauen und genau da hat dann mein Verstand auch wieder schlapp gemacht . Ich ließ mich also in einen Gewürzladen abschleppen. Da pass ich in der Regel immer sofort auf- aber irgendwie weiß ich auch nicht, warum ich mit gegangen bin. Man hat also versucht mir fünf Säckchen Gewürze a/100 g und zwei abgefüllte

Tee ’s für 160 € zu verkaufen. Ich bin dann einfach wieder gegangen und habe nur geschimpft – übrigens , Safran war nicht dabei …es waren Curry und Chili Mischungen .

Jetzt hatte ich noch einen Auftrag , denn gestern haben die Inder mir aufgeschrieben , was ich unbedingt probieren und am besten noch mit nach Deutschland nehmen sollte.

Also bin ich mit meinem Zettel beziehungsweise meinem Büchlein zu einer Familie, die am Straßenrand stand und gerade was trank. War im ersten Moment etwas schwierig, da sie nur das indische lesen konnten, und wie ein Wunder steht ein, wie sich später herausstellte , Ire neben mir und vermutet ich habe mich verirrt und würde nach dem Weg fragen. Ich war bei ihm gerade richtig gelandet, denn er wusste , wo der beste Rosogolla Laden der Stadt ist und es wäre sowieso seine Richtung. Er müsste dort in die Nähe zur U-Bahn und dann sieht man es schon. Habe dann erfahren, dass er hier in Kolgata seit 25 Jahren bei einer internationalen Behörde arbeitet und er auf einem Schulgelände am Stadtrand wohnt. Das war mal wieder so köstlich und er verließ mich dann mit den Worten, dass ich die Straße zweimal überqueren müsste, „bitte immer nur mit der Masse gehen, keine Alleingänge“. Trotzdem war es sehr schwer, über die Straße zu kommen. Da fahren Massen von Motorrädern , Autos und Bussen und keiner hält an und Ampeln sind nur ein Vorschlag.

Ich ging dann mit meinem Zettel in die mir zugewiesene -tja Konditorei kann man dazu gar nicht sagen – und habe gleich wieder einen Ansprechpartner unter den Kunden gefunden , der mir gleich half und mir die unterschiedlichen Süßwaren erklärt hat. Dann kam noch ein Verkäufer dazu, der meinte “ setz dich mal dahin und probiere erst mal “ und anschließend war ich schon papevoll, habe eine Dose mitgenommen. So überzeugt haben mich die Rosogollas aber nicht. Sind halt etwas eigen und gewöhnungsbedürftig,

Für mich war es ein schöner, wenn auch ein bisschen trauriger Tag, durch den Abschied von Bhutan und auch von meinen beiden Mitstreitern, die einem ja schon etwas ans Herz wachsen, wenn man so eng miteinander die Zeit verbringt, aber man darf eben nicht vergessen, dass man nur ein Tourist auf Zeit ist, mehr eben auch nicht. Würde mich trotzdem freuen, wenn ich mal hören würde , wie es beiden so geht, aber wenn das jeder Tourist erwarten würde, kämen sie nicht mehr zum arbeiten , da sollte man auch Realist sein.

Nachdenkliche überlege ich : gab’s am letzten Tag Karma?

Ich denke schon, wenn ich an die netten Gespräche in Kolgata denke, aber auch an die Herzlichkeit unserer Verabschiedung in Bhutan.

Der heutige Tag wird wohl das Ende für meinen Blog bedeuten . Morgen Früh fliege ich nach Hause und ich kann mir nicht vorstellen, dass ansonsten morgen viel passiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.