Tigertest – Kloster (Taktshang Goemba) “ Wahrzeichen von Bhutan 02.10.2017

Als Deckblatt bei Reiseführern, als Abbildung in fast jedem Artikel – das Tigernest Kloster , das wohl berühmteste Kloster des Landes.

Auf 2982 m Höhe auf einem Felsen gebaut, einfach unvorstellbar. Die Legende , die auf das Jahr 747 zurückgeht , sagt, dass Guru Rimpoche auf einem Tigers reitend diese Region erreicht haben soll und in der heiligen Höhle , die sich jetzt im Peplum Lhakhangtempel befindet , 3 Jahre, 3 Tage und 3 Stunden meditiert hat. Heute befinden sich 5 Tempel in der Anlage .

Aber nun zum Tag , um 8 Uhr fahren wir los, denn es ist das Beste , und das wird auch angeraten , man wandert vom Parkplatz aus los . Die letzten Tage war immer ich diejenige , die die Wanderhose anhatte , heute scheine ich die Einzige zu sein , die keine anhat, wobei man feststellen muss , es sind die Europäer mit den Wanderhosen , tja , wenn ich drüber nachdenke , Inder ( eine Menge Inder sind hier) tragen keine , überhaupt die Asiaten tragen keine. Warum verkauft man uns diese unförmigen Wanderhosen? Dieser Frage gehe ich mal in Ruhe nach…

Schaut man vom Parkplatz nach oben, glaubt man nicht , dass man das schaffen kann , es sei denn der Weg macht ganz große Schleifen . Vorwegzunehmen ist , dass es überwiegend garkeine richtigen Wege sind , sondern nur felsige , mit Wurzeln übersähete Trampelpfade , nur ab und zu gibt es mal Wanderwege. Zum Teil muss man richtig hochklettern oder sich irgendwie hochdrücken , aber jetzt laufen wir mal es los .

Natürlich könnte man auch ein Riesen Stück mit einem Pferd nach oben gehen , aber wir doch nicht , wir sind doch sportlich ..

Dachte ich auch . Eigentlich hätte mich schon stutzig machen müssen , dass selbst Lobzang heute Profilturnschuhe anhatte .

Ich kann den Weg kaum beschreiben , es geht steil , aber richtig steil nach oben . Wir besteigen wörtlich den Berg. Der Weg ist schlecht und man muss zu Beginn und oft in Teilstücken immer wie auf einer Treppe gehen , man muss die Beine zum Teilnrichtig hochziehen.

Es ist eine extreme Anstrengung, aber nach Möglichkeit machen wir keine Pause , sondern gehen langsam . Dafür sind wir auch nach 46 Minuten im

Café – ( wir würden sagen – Mittelstation) Ich frage mich, warum tue ich mir das an ?

Im Café treffen wir eine französische Frau aus den Pyrenäen und einen dazugehörigen Mann , beide leben in Zürich und haben ihre Jobs geschmissen , um ein Jahr unterwegs zu sein.

Nach Bhutan gehen sie nach Nepal , dann über Frankreich noch 6 Monate nach Lateinamerika.

Beide sind vielleicht Anfang 30 und ich habe immer von 3 freien Monaten geträumt und die an ein und demselben Ort zu verbringen , aber wenn man in dem jungen Alter schon soviel Länder in dann doch verhältnismäßig kurzer Zeit anschaut , was bleibt dann fürs Leben ?

Ein Vogel , den ich nur als Ausgestopften kannte , fliegt leibhaftig hier herum ( Namen vergessen oder garnicht erst behalten)

Lobzang drängt zum Weitergehen .

Oh nein , das wird ja immer ekeliger – steil , anstrengend , ich erlebe einen Saunagang nach dem anderen , bin schon klitschenass – sowas bekommt mir meist nicht, und der Kerl hüpft vor mir rum , als würde ich ihn in seinem Tatendrang aufhalten ( tue ich ja auch)

Wir treffen die unterschiedlichsten Menschen mit ihren unterschiedlichsten Guides. Bei manchen Guides merkt man richtig , dass sie so garkeine Lust haben . Die Schweizer sind auch immer wieder , obwohl sie nach jeder Pause ( unterschiedliche Aussichtspunkte- da stehen dann alle) immer gleich durchstarten , hinter uns und als wir verwundert fragen , kommt die Antwort , das der Guide immer mal eine Pause braucht . Er ist eh ein dicklicher netter Clown und unterhält immer die ganze Gesellschaft . Eigentlich erinnert mich diese ganze Bergbesteigung an eine Pilgerwanderung – köstlich , wäre ich nicht so fertig , würde ich darüber sicherlich lachen können .

Nächster Aussichtspunkt – wir kommen näher und sind schon auf der Höhe des Klosters- Stimmung steigt .. lalalalalala.

Welch geniale Baukunst in der Höhe . Wie hat man das überhaupt bauen können in der Höhe ohne richtigen Weg? Unbeschreiblich beeindruckend , aber beeindruckend reicht nicht für den Spirit, den man spürt .

Nein , das glaube ich jetzt nicht , wir können garnicht auf direktem Weg rüber , wir müssen hunderte von Stufen absteigen – später wieder hoch – NEIN schreit es in mir – und dann nochmals über Stufen hoch zum Kloster . Die Stufen alle unterschiedlich und zum Teil irre tief oder hoch , wie man das halt sehen möchte .

Habe keinen Weitwinkel, sonst würde man erkennen , wie weit das mit den Stufen noch geht . Stehen am höchsten Punkt : 3150 m

Unten an der Brücke angekommen , werden wir zwar mit einem schönen Wasserfall belohnt , aber die Freude ist begrenzt, da ich auch noch ein Stück hoch muss am Bau von Guru Rimpoche vorbei und dann – Super , geschafft , war‘ s wirklich so anstrengen ?

Handy und Rucksack wegschließen , aber es gibt schöne Blicke außerhalb , die fotografiert werden dürfen .

Wir schauen uns die Tempel und besonders die Darstellungen an, beten ein bisschen , umkreisen im

Uhrzeiger das Heiligste und noch 45 Minuten treten wir den Rückweg an .

Bei den Treppen brauche ich immer mal kurze Verschnaufpausen, aber im großen und ganzen gehe ich langsam weiter.

Übrigens, das Bild sagt nichts über die Strecke, denn wir sind ein Stück von der Hauptstrecke abgewichen.

Jetzt fängt es auch noch an zu regnen und es wird ziemlich rutschig.

Wir machen auf dem Rückweg keine Pause, sondern gehen gleich bis zum Parkplatz .

An den Geschäftständen darf ich nicht stehen bleiben, denn es ist ja nur“ Fabrik Ware“, kaufe ich zu Hause immer, ist aber hier kein Argument.

Lunchtime.

Hunger , Durst, sitzen wollen … das spüre ich jetzt.

Wir lassen unsere Tour nochmal Revue passieren und Lobzang ich stolz , erzählt es auch jedem , dass wir die Strecke in 5 Stunden geschafft haben, normalerweise braucht man 6 Stunden.

Eine indische Familie trifft ein, sind immer in Sippen unterwegs, laut sprechend, über mehrere Tische quatschend, lachend , vorbei mit der Ruhe.

Als ich zu essen beginnen möchte, kommt der Vater und verwickelte mich in ein Gespräch.

Wo ist die Familie, warst du alleine auf dem Berg mit deinem guide, was, du bist ganz alleine unterwegs, hast du keine Familie, völliges Unverständnis.

Dann macht er noch schnell ein Foto von mir und will mich auch essen lassen.

Erzählt wohl etwas seiner Frau, die dann mit ihrem Sohn aufsteht , auch an meinen Tisch kommt, andere Fragen stellt, Lobzang erzählt von unserer tollen Tour und dass wir so schnell waren und dass ich einen Blog schreibe und schon möchte Sohn, dass man ihm die Blog Daten gibt. Vater kommt wieder und meint, man sollte mich doch mal essen lassen, Das wird doch ganz kalt (ist schon kalt) Sohn muss dann noch erzählen, dass er studiert, schon mal in Sikkim war, gerne mal nach Europa möchte, auch schon mal ein Blog geschrieben hat, Lobzang hat das Essen für sich alleine .

Nachdem man erfährt, dass ich morgen noch nach Kolgatta fahre, sie wohnen nämlich in der Nähe , muss ich unbedingt noch Rosagalla in Kolgatta essen am besten, gleich nach Deutschland mitnehmen. Köstlich , wie man in so ein Gespräch verwickelt wird und jetzt muss ich mich aber wirklich sputen, denn die anderen Inder nicken auch schon alle und das ist sicherlich kein gutes Zeichen, wenn ich nicht den ganzen Nachmittag mit ihnen verbringen möchte, aber ich muss gestehen , es war eine nette Unterhaltung. Schade , dass man die Menschen nicht mehr sieht .

Außerdem habe ich heute Morgen eine klare Ansage gemacht. Ich möchte heute nochmal in die Stadt und zwar könnte ich mir auch vorstellen , das alleine zu tun- Fehlanzeige, Lobzang hat die Verantwortung und die gibt er nicht ab. Eigentlich hatte ich auch geglaubt, ich würde mich noch vorher duschen, umziehen, und dann so ein richtig schönen Stadtbummel machen, das konnte ich aber vergessen, der Stadtbummel war jetzt in Wanderstiefel durchgeschwitzt und Regenklamotten angesagt.

O. k., dann muss er halt mit. Schleppe ihn von einem Handycraft Laden in den nächsten.

Zuerst fühle ich mich nicht wohl, so ab dem dritten Laden merke ich aber, dass er gar nicht so ein schlechter Begleiter ist. Ich kann ihn fragen, wenn ich mir unsicher bin, ansonsten unterhält er sich mit irgendwelchen Leuten, so wie immer, oder sitzt dort mit seinem Handy in irgend eine Ecke und wartet dass wir weiterkönnen , nervt eigentlich gar nicht, Ist nur so ungewohnt für mich und Lobzang bekommt dann so viel Einblick in meine persönlichen Dinge.

Endlich finden wir einen Laden, wo ich meine, die Qualität stimmt, Lobzang meint auch die Preise stimmen und die Besitzerin macht besonders die Schmucksachen zum Teil selbst.

Außerdem ist sie eine ganz Süße . Ich finde auch was, wozu eine Kette fehlt und sie bietet mir an, einfach mal gleich eine Seidenkette zu fertigen, was sie dann auch tut und was länger als 1 Stunde dauert , aber uns gar nicht stört, denn wir sitzen gemütlich auf zwei Stühlen, schauen, wer rein kommt und wer raus geht, lernen ganz verschiedene Nationalitäten in ihrem Kaufverhalten kennen und ich muss sagen, diese Frau hat auch einen interessanten Job. Da kommen ja sämtliche Nationalitäten und jeder ist anders. Ich amüsiere mich mit ihr gemeinsam darüber, da wir uns austauschen. Natürlich haben auch deutsche ihre Macken, und nicht zu wenig. aber das sparen wir heute mal aus.

Gehe mit meinen Einkaufstüten nach Hause in mein wunderschönes Häuschen, ( 132 Stufen) schaue auf meine “ Akropolis“ , der beleuchtete Palast erinnert mich daran, obwohl ich die Akropolis nur von Bildern kenne und freue mich eigentlich auch, als ich meinen Koffer packe, dass es morgen wieder weitergeht und ich so langsam Richtung Heimat fliege.

Gutes Karma gab es heute genug , so dass ich wieder sehr zufrieden bin.

Namaste- Danke für diesen schönen Tag.

Übrigens bekam ich heute eine Nachricht:

In der Mitte von zwei Kindern steht ein Schild mit „Glück “ sagt das eine Kind zum andern: “ wo hast du das denn her, habe ich schon so lange nach gesucht ? Sagt das zweite Kind „Glück “ hab ich selber gemacht

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