Weg zurück Richtung Westen mit Ziel Punakha – Festival Stopp in Phodrang 30.9.2017

Heute erreichen wir den Höhepunkt der Schlammschlacht.

Die ganze Nacht hat es geregnet und es regnet weiter . Ich bin erkältet,draußen in Sch… Wetter, Wolken und kalt.

Gehe eingemummt mit allen dicken Anziehsachen durch den Regen zum Frühstück- meine Oma sagte immer, Krankheiten muss man füttern … also halte ich mich daran . Betrete schon hustend den Frühstücksraum und schon kommt ein Kellner , bringt mich zum Platz und bietet mir heißes Wasser mit Ingwer an – aufmerksam und liebevoll , ich bin ganz gerührt und es stört mich “ kaum “ dass ich das Ingwerwasser später auf der Rechnung sehe .

Ich bemerke auch , wie schön der Blick ist und vergesse erst einmal meinen Husten.

Wir müssen los . Heute liegt wieder eine lange Strecke vor uns .

Die Straße erscheint mir noch schlimmer , als die letzten Tage und das bewahrheitet sich auch.

Nach 10 Minuten Fahrt kann ich schon in meinem Buch von Arundhati Roy weiterlesen

( wen’s interessiert ; der Gott der kleinen Dinge ) Nichts geht mehr und man sieht , wie die Fahrer und die Guides erstmal aussteigen ,alle fragen jeden und stehen da und schauen , ob man was sieht , und dann beginnt eine kleine Völkerwanderung durch den Regen und den Matsch zur Hindernisstelle .

Ugyn kommt nach 15 Minuten zurück , sagt mir , dass der obere Hang abgerutscht ist , jetzt auf unserer Straße liegt, der Bagger aber gerade gekommen ist , er schätzt 1 Stunde Wartezeit , er soll recht behalten . Lobzang ( wird übrigens so geschrieben – war von Nidup falsch aufgeschrieben worden) hält den Verkehr von unten kommend auf , er spielt sich ein bisschen als Polizist auf, ich glaube, solche Rollen gefallen ihm .

Weiter gehts und selbst

ich , die bisher nie Angst hatte ,komme ins grübeln, ob man mit Touristen diese Strecke fahren soll , denn wir fahren manchmal nicht , sondern rutschen wie auf Eis , das Auto hat keine Bodenhaftung , Schlamm bis zum Autoboden und der Wagen bricht manchmal aus , Abgrund auf meiner Seite , Upps – Ugyn voll konzentriert . Das ganze dauert fast 3 Stunden ..

Dann begegnen uns ganz Mutige

Gehts noch ?

Endlich wird die Straße wieder fester und es gibt immer nur kleinere matschige Abschnitte.

Wir sehen wieder Stupas nach nepalesischem Stil und man sieht auch wieder , wie der Chili auf den Hausdächern getrocknet wird.

Wir haben die Höhe verlassen und die Vegetation zeigt sich von der schönsten Seite . Rot blühende Bäume , die Blüten sehen aus wie rote Kelche ( leider nicht gut fotografiert) ein Meer von Blüten , Terrassen Felder , Walnussbäume, wilde Kirsche – es ist ein ganz bezaubernder Weg und überall gibt es wieder Obst und Gemüsestände

Jetzt wäre sicherlich eine Kamera mit Weitwinkel besser.

Wir erreichen Phodrang, die Stadt des Festivals . Überall geparkte Autos , Motorräder und Menschen, in ihren schönsten Kleidern . Leider ist der Festivalplatz voller Schlamm.

Zuerst gehts zur Tribüne, um die Tänze zu sehen … die Geschichte dreht sich um einen Jäger und das Wild

Dann spricht mich ein Einheimischer auf deutsch an . Neben ihm Sitz einer , der Deutscher sein könnte , ist er aber nicht , sondern , er setzt sich zu mir , und erzählt , dass er aus Housten Texas kommt . Was , da war ich schon mal zu einer Highschool Graduation , irre lange her und dann habe ich natürlich auch was von Texas gesehen , Erinnerungen werden wach …

Sein Freund , der Bhutanese ist , ist mit im zusammen in Zittau ( noch östlich von Dresden) und beide sind Christen , die mit weiteren 88 Personen aus der ganzen Welt , die Bibel und deren Auslegung studieren , um als Missionare in die Welt zu ziehen . Mein Texaner würde am liebsten auf die Philippinen gehen und der “ Inländer “ nach Schweden , da hat er einen Bruder. Wen man unterwegs alles trifft , völlig verrückt .

Lobzang erzählt mir später , der Bhutanese hat eine deutsche und eine bhutanische Frau. Bis zu 4 Frauen sind möglich , der König hat 4 Schwestern als Frauen. Na ja , der hat auch das nötige Kleingeld .

Lobzang lädt mich zum Spielen ein . Natürlich quatscht er auch wieder mit jedem . Wir spielen sowas wie Roulette, dann Autorennen fahren – ich hatte die 6 und lag anfangs nicht schlecht ( eine seiner alten Schulen veranstaltete das) und ich darf ein Los ziehen und gewinne Butterlampendochte, die habe ich aber gleich verloren , bin ganz traurig , denn ich hatte mich richtig gefreut.

Wir haben richtig Spaß und maschieren durch den Schlamm

Die Schuhe habe ich wieder sauber gekriegt , die Füße auch.

Ich mag diese fröhlichen Menschen und stelle fest, dass auch ich mit diesen Menschen fröhlich bin und es stellt sich die Frage , sind wir in Deutschland fröhlich oder eher freundlich evtl auch freundlich angepasst?

Fröhlichkeit kommt von innen und lässt dich leicht werden , Freundlichkeit geht nach außen ,muss mit den tatsächlichen Gefühlen nichts zu tun haben . Na, das ist natürlich meine Version, aber vielleicht lohnt es sich , darüber nachzudenken .

Immer wieder mag ich Kinder fotografieren

Dann im Hotel die Ernüchterung , grauenvolles Tagungshotel , so wie Maritim zum Beispiel -bitte nicht im Urlaub .

Lobzang hat kein Zimmer , das Hotel sieht keine Guide Zimmer vor (gehört der Königin)

Im Ort ist nichts mehr frei ( Festival). Trotz rumtelefonieren des Managers – keine Chance .

Ich kriege das erst garnicht mit ,aber dann ist klar , dass ich die Kosten für ein Zimmer hier übernehme , das geht ja wohl nicht !

Es kommt später eine WhatsApp :

Als Dank wird er sich sein Leben lang an mich erinnern, na, wenn man 31 ist , dann ist das ganz schön gewagt,

Wir treffen uns nochmals kurz auf meinem Zimmer , vervollständigen die Karte mit der heutigen Route und besprechen den morgigen Tag und man staune , die Route eines nächsten Bhutan Urlaub bespricht er auch mit mir -ich muss schmunzeln.

Lobzang ging dann mit andren Guides noch auf das Fest und jetzt schlafen 3 Guides im Nachbarzimmer ,ja. Gute Tat – gutes Karma

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