Trekking Tour von Narendra Nagar nach Adarsh Gram – 1000 Höhenmeter abwärts

Für mich entschieden zu früh, aber unvermeidbar. Wenn ich mit will, muss ich um 4:00 Uhr aufstehen, Abfahrt 4:30 Uhr. Breakfast Paket in der Hand , ab in den Jeep, vorne sitzen, da mir immer schlecht wird und dann durch die Dunkelheit erst einmal raus aus der Stadt. Das geht erst einmal ganz gut, aber dann schlängelt sich der Jeep die unbefestigte Straße in Serpentinen den Berg hinauf. LKWs, die schon unterwegs sind, halten uns nicht auf. Wir überholen wie gewohnt. Seitliche Befestigungen gibt es nicht. Ich achte einfach nicht drauf… aufhalten kann ich unseren Fahrer eh nicht. Das Einzige, was anders ist, wir blinken wie verrückt, aber hupen nicht. Normalerweise ist das Hupen eine richtige Lärmbelästigung, das kann man manchmal kaum aushalten. Heute Morgen also nicht, vielleicht will man die Berge nicht wecken?

Narendra Nagar liegt auf 1326 m Höhe (laut Wikipedia) Von dort aus steigen wir Treppen hoch auf einen „Tempelberg“,der auf 1679 m Höhe liegt.

Ich frage mich noch, wer oder was und so jagt. Wir haben eine Geschwindigkeit drauf, es ist nicht zum sagen. Dick eingemurmelt, es ist richtig kalt, am Tempel vorbei und gleich auf die Aussichtspunktterrasse. Wir bleiben nicht alleine. Scheint ein beliebtes Ziel um diese Zeit zu sein. Und dann passiert’s: die Sonne geht auf… ein ah und ein oh und ein fotografieren nach allen Seiten.

Plötzlich hetzt uns irgend jemand wieder runter. Was ist los, müssen wir schon mit der Wanderung beginnen? Irgendwie ist alles nicht so ganz klar.

Unser Guide scheint noch nicht richtig wach zu sein.

War das schon der Sonnenaufgang?

Dann , nach den Stufen , wird erst einmal Tee getrunken.

Dann geht die Sonne auf. Ja Himmel, wir sind ja viel zu früh abgestiegen. Hoffentlich wird unser Guide bald wach.. tut er dann auch.

Durch ein Tor, lässt man uns an den Rand eines Grundstücks, damit wir den Sonnenaufgang beobachten können.

Soooo schön … wie bei uns ..

Über wunderschöne Wanderwege, schmal, zum Teil steinig, sehr naturbelassen, beginnt unser Abstieg.

Den Rastplatz, wo wir das Frühstück verzehren, möchte man nicht mehr verlassen.

Die Ausblicke sind immer wieder fantastisch, wir kommen an Gehöften vorbei, sehen die Menschen arbeiten und begegnen kleinen Menschen, die einen wirklich anstrengenden Schulweg haben. Trotzdem sind sie gut gelaunt.

Der absolute Höhepunkt des Tages soll eigentlich der Wasserfall sein. Er ist auch schön und man kann in dem Wasser auch baden, was die einheimischen Männer in Unterhose tun. Wir halten uns zurück… es gibt kleine Restaurants, die aus einem Bunsenbrenner bestehen, ein paar Plastikstühlen und beeindruckend ist das „Wasserrestaurant“ . Aber auch dort konnte man uns nicht überzeugen, obwohl es mich schon gereizt hätte, mich auf den schönen roten Plastikstühlen mitten Wasser nieder zu lassen.

Gegen 14:00 Uhr sind wir unten und ich möchte über meinen morgigen Muskelkater gar nicht erst nachdenken.

An dieser Stelle frage ich mich schon, was ich mir einbilde, dass ich die Himalaya Tour geschafft hätte. Ich will nicht sagen, dass ich nicht froh bin, dass wir wegen Irene ’s Rippenprellung ( heute sollte sich noch herausstellen, dass die Rippe angebrochen ist) die Trekking Tour nicht durchführen können. Wenn man sich vorstellt, dass wir auf 3980 m hoch wollten und das in drei Tagen, für mich ausgeschlossen.

Wir fahren an einem Slum vorbei , der mich nach diesem Tag , den ich nur in der Natur verbracht habe und der mir so gut gefallen hat , wieder in die Realität zurück holt .

Was ich erst jetzt weiß, ist, dass 3 Stunden später meine Reise zu Ende war. Mir wurde mulmig, es rumorte im Bauch, es kamen Gliederschmerzen, also die richtig typische indische Krankheit. Ein Arzt hat mich dann soweit wieder hergestellt, dass ich am Mittwoch nach Hause reisen konnte.

Irene und ich hatten dann am Dienstagabend noch ein letztes indisches Essen und ein wirklich tolles Gespräch im Novotel in Delhi. Mehr habe ich von Delhi, außer dem Flughafen, nicht kennen gelernt.

D.h., ich muss über eine weitere Reise nach Indien nachdenken.

Om, Shanti, Shanti, Shanti 😘🍀

Morgenstimmung und mit Freude nach Haridwar

Ich werde früh wach und sehe mit einem Glücksgefühl die Sonne aufgehen.

Es geht nach Haridwar, erwähnt im Buch von Helge Timmerberg , Shiva Moon ( muss man nicht lesen) ganz davon abgesehen, dass mir Herrn Timmerberg wie ein “ Übriggebliebener“ erscheint. Hatte ihn bei YouTube mit in der Talkshow bei Lanz angesehen und war schier erschrocken.

Trotzdem: Haridwar mit seinen 230.000 Einwohnern, einem Durchschnittspreis für ein Fünf Sterne Hotel von 52 € gehört zu den sieben heiligsten Pilgerstädten Indiens.

Hauptziel der Pilger ist der Hari-ki-Pauri Tempel

Zuerst aber besuchen wir einen Ashram und ich bin versöhnt , was Ashrams betrifft.

Sauber, gepflegt, fröhliche Menschen Gesichter, positive Stimmung, und, was höre ich, man singt die Mantras, die ich vom Yoga kenne. Heimat?

Wir Sind mit unserem Guide nur zu viert, aber alle sind wir beglückt und gleich von einer guten Stimmung erfasst. Ja, das scheint es auch zu geben

Und immer wieder die Kinder, die mir so viel Spaß machen. Aufgeweckte Augen neben toten Augen, aber hier gibt’s die Kinder, bei denen man eine Hoffnung für ihr Leben spürt.

“ Ja, wir kommen aus Deutschland , ja, wir mögen Indien… ach was, Ihre Tochter studiert in Kolkata Medizin und lernt deutsch. Das ist ja super, sie will in Deutschland ein Semester oder mehr studieren … “ Das Gespräch führen wir und unsere Apothekerin schlägt gleich vor: studieren in Heidelberg…. ich biete an, dass die Tochter bei mir unterkommt, wenn sie nach Deutschland kommen sollte. Man gibt die Telefonnummern weiter und jetzt warten wir mal, ob sich tatsächlich etwas ergibt. Ich würde mich freuen.

Wir begegnen neben vielen freundlichen Menschen auch zwei indischen Hochzeitspaaren, in prächtiger Bekleidung und die Bräute sind reichlich geschmückt.

Wir verlassen den Ort mit einem fröhlichen Gefühl.

In Haridwar auf dem Weg zum Tempel müssen wir den Weg zu Fuß in Richtung Berbahn gehen, wo wieder viele Händler versuchen, Blumen Opfergaben zu verkaufen neben ganz viel anderen Dingen, die es dort zu kaufen gibt. Manchmal nervt das richtig. Die geben keine Ruhe.

Wir fahren mit der Bergbahn zum Tempel, wo wir wieder ähnlich wie im Kali Tempel in Kolkata durch den Tempel gepeitscht werden. Wie lebt man hier bloß die Religion? Bei den größten Heiligtümern des Hinduismus bleiben wir keine 30 Sekunden stehen und es geht weiter. Kein Platz , um in Ruhe zu beten oder Ähnliches zu tun oder dich zu besinnen oder irgendwas , sondern man treibt dich weiter. Das Aufsichtspersonal wirkt, als wenn es dafür angestellt wäre, die Opfergaben in Empfang zu nehmen ( Das scheint auch das wichtigste zu sein)und man gibt den Gläubigen kleine Opfergaben zurück. Das geschieht in Windeseile .

Zum Glück werden wir wieder durch die Menschen, die natürlich wieder Fotos mit uns haben möchten, belohnt und durch den tollen Blick über die Stadt.

Wieder in der Stadt lassen wir uns durch die Gassen treiben , von der Buntheit und der Vielfalt begeistert , zu einem weiteren Tempel. Verweilen, um Nüsse zu kaufen oder Mangos, natürlich getrocknet. Bewundern die alten viktorianischen Gebäude. Es muss hier mal wunderschön und prächtig gewesen sein. Gemüse , Gewürze , Schmuck, Berge von roter Farbe, Heilige Statuen , Gebaumel, wo man hinschaut.. satt sehen kann man sich nicht und immer wieder diese Gesichter ….

Und egal wo du bist, ohne Handy geht gar nichts… die Menschen sind hier genauso abgelenkt durch das Handy, wie bei uns auch.

Und dann kommt sie, unsere letzte Zeremonie, aber an einem neuen Ghat.

Schon der Weg dorthin ist wieder beeindruckend, viele Menschen, schöne Brücken , es ist einfach wieder ganz besonders,obwohl wir eigentlich keine richtige Lust mehr auf diese Zeremonie hatten.

Diesmal ist es anders. Die Feuer werden an unterschiedlichen Stellen angezündet, die Menschen singen mit und Klatschen mit. Trotzdem ist natürlich die Ähnlichkeit des Ablaufs nicht zu übersehen.

Wir ergattern für 100 Rupien pro Person einen Platz auf einem Behälter.. also über den Massen sitzend..

Es sind ganz viele Indische Touristen anwesend , die mit ihren Handys die Zeremonie fotografieren. Das gibt dem Ganzen sowas Bollywood Ähnliches.. ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen.

Man stellt sich die Frage, was machen diese Religionen überhaupt mit uns? Wie groß ist diese Abhängigkeit? Wie stark wird das irdische Leben beeinflusst? Was ist das für ein Kult? Ist die Anpassung an ein modernes Leben notwendig? Und diese Frage sollte man sich für alle Religionen stellen, auch für die, die in unseren Breitengraden noch vorherrschen .

Nachdenklich fahren wir nach Hause.

Heute will ich mir auf keinen Fall über mein Karma Gedanken machen.

Morgen ist um 4:00 Uhr aufstehen angesagt, 4:30 Uhr geht’s los zur Trekking Tour.

Rishikesh- Mayakund …Aarti Zeremonie zu Ehren des Flusses

Kein Weg ohne Tempelbesuch. Zum Teil sind es wunderschön verzierte Tempel, an denen wir vorbei kommen oder die wir auch besichtigen. Das Fotografieren innerhalb der Tempel ist nie erlaubt, und ich kann nur einen Blick von den äußeren Schönheiten festhalten. Der Tempel, den wir besichtigen, hat noch ein kleines Museum an seiner Seite mit Exponaten, die in die Zeit vor Christi reichen. Höchst interessant, aber es gibt von mir ein Bild in diesem Museum, was eine Langeweile ausdrückt, die mich richtig erschreckt hat. Für meine Mitreisende, die das Foto gemacht hat, gab es aber einen großen Lacher.( klar auf meine Kosten)

Die Inder lieben ( grellbuntes)Süsses, Das erleben wir nicht nur in den Hotels, sondern können es auch ab und zu mal am Wegesrand sehen.

Bemerkenswert finde ich immer, und das sieht man auch in anderen Ländern, wenn einer arbeitet, angestrengt konzentriert, stehen mindestens zehn davor, die nichts zu tun haben und zuschauen, was da geschieht. Ich habe nicht das Gefühl dass sie dabei was lernen wollen.

Eine schmale Gasse führt zum Ghat. Viele Geschäfte verkaufen Heiliges, Religiöses und Blumen Schälchen mit Kerzen, die bei der Zeremonie verwendet werden und zuletzt als Opfergaben den Ganges entlang schwimmen- leuchtend und Alu Müll hinterlassend.

Aber auch die heilige Mitbewohner, die Kühe, sind in der schmälen Gasse unterwegs.

Unten am Wasser angekommen sind Sie schon da, die heiligen Männer, die den ganzen Tag auf den Stufen sitzen oder auf den Pflastersteinen oder irgendwo auf den Wegen. Ich sehe ernste Gespräche des Rishkafahrers, einen jungen stockwedelnden Mann, der sich nur damit beschäftigt, eine auf der Bank hockende Frau, die mich anzieht, viele Menschen die auf dem Boden sitzen und den intellektuellen, der Menschen wiegt, damit seinen Lebensunterhalt verdient und seine Zufälligkeitsbekanntschaft, die versucht, wahrscheinlich durch Lupen Augen, auch etwas aus dem geschriebenen der Zeitung zu erfassen.

Ganz oft sieht man, dass ältere Männer sich zusammen tun und gemeinsam über die Straßen laufen, aber gleiches gilt auch für die älteren Frauen.

Natürlich sieht man Familien, die auch ältere Menschen dabei haben, aber das Bild der älteren teilt sich in Frau und Mann.

Die Vorbereitungen zur Zeremonie laufen , die Musikkapelle ist schon da und spielt , die Menschen haben sich schon versammelt und es geht los und die Zeremonie an dich ist wie immer, nur dass sich die Stimmungen verändern, weil sich die Lage der Zeremonie ebenfalls verändert oder manchmal auch das Licht anders ist.

Ein beeindruckender Tag geht zu Ende. Natürlich gibt es auch hier bettelnde und arme Menschen, aber das ist nicht vergleichbar, wie es in Varanasi war. Die Schwere ist weg und es herrscht eine Leichtigkeit. Die Stadt ist fröhlicher, die Menschen sind fröhlicher und ich merke, dass auch der Schwermut der letzten Tage bei mir abfällt.

Rishikesh- auch Yoga Hauptstadt genannt , aber das allein wäre zu wenig

Rishikesh ganz im Norden , im Bundesstaat Uttarakhand gelegen ( hatte ich noch nie gehört) die wir über Dehradun per Flugzeug erreichten , mit ca. 70.000 Einwohnern, liegt äußerst malerisch am Ganges , der hier aus den Bergen des Himalaya fließt, eine vertrauensvollere blau-graue Farbe hat, und nun durch die Ebene Nordindiens bis zum Golf von Bengalen fließt , dabei immer grauer , schlammiger , schmutziger und für uns immer gefährlicher wird , aber selbst hier hoch oben im Norden würde ich keinen Zeh ins Wasser halten.

Rishikesh ist eine wunderschöne Oase am Ganges , “ die “ Yoga Hochburg mit Yoga Zentren, die auf eine ganz lange Tradition zurückblicken .

Aber die Stadt ist auch bekannt für seine vielen Ashrams ( Orte der Anstrengung) , die man bei uns mit klösterlichen Meditationsstätten vergleichen kann , sagt man , beurteilen kann ich das nicht , war weder jemals in dem Einen noch in dem Anderen.

Die Hindus glauben, dass durch eine Meditation in Rishikesh ähnlich wie durch das Bad im heiligen Ganges der Hindu der Erlösung näher gebracht wird.

Daher die vielen Pilger und Touristen .

Richtig bekannt für die Welt aber ist Rishikesh geworden , seid die Beatles 1968 im Ashram von Yogi Mahanshi Mahesh waren .

Wir haben ein schönes Hotel am Ganges mit einem kleinen Gärtchen und einer Terrasse mit Blick auf den Ganges und den Blick haben wir auch aus unseren Räumen . Jeden Tag gibt es von dort wunderschöne Ausblicke, die die Landschaft durch das unterschiedliche Licht des Tages in ganz unterschiedliche Stimmungen bringt . Ich kann mich nicht sattsehen und genieße ganz häufig Masala Tee mit meinem Buch auf der Terrasse. Unten am Ganges ist ein kleiner Weg , den man durch ein bewachtes Tor erreicht , aber wenn man sich von Romantik überschüttet auf die Bank setzt , sind die Kinder auch schon da und so bin ich freundlich , beantworte ihre Fragen ( mein Buch habe ich schon längst zur Seite gelegt ) lächele in fröhliche Gesichter , höre Namen , die ich sofort wieder vergesse , selbst wenn ich sie unter lachen der Kinder zweimal wiederholt habe und als sie mir so richtig auf die Pelle rücken stehe ich auf , verabschiede mich lächelnd und verschwinde durch mein bewachtes Tor in die Sicherheit …. es wird mir manchmal zu viel .

Wir fahren mit der Fähre , um in die Stadt zu kommen . Die Stadt hat so viele schöne und ausdrucksstarke Gesichter.

Dann geht’s in den ersten Ashram. Insgesamt 1200 Menschen können hier untergebracht werden – will man dieses spartanische Leben als Massenveranstaltung tatsächlich ? Man erzählte mir, dass es Ashrams gibt , in denen die Menschen nachts eingeschlossen werden , dafür muss man auch noch den ganzen Tag seine Pflichten für die Gemeinschaft erledigen , putzen , kochen usw . Die anfallenden Aufgaben werden ausgeteilt . Wie unmündig machen wir uns und das soll Seelenheil sein?

Also mich hat der Ashram nicht überzeugt, obwohl man dort nicht mehr als 1000 Rupien pro Übernachtung zahlt ( ca 12€) Übrigens lag unser Mahlzeit Preis in der Regel zwischen 250 Rupien bis 480 Rupien .

Vom Ashram aus gehen wir bei strömendem Regen einen wunderschönen angelegten Weg am Ganges entlang in die Hauptstraße dieses Teils von Rishikesh, die sich durch wirklich hübsche Läden abhebt. Heute haben wir noch keine Zeit, aber wir sind ja noch einige Tage da (dachte ich zu diesem Zeitpunkt)

Ein Höhepunkt ist Sicherheit die Lakshman Jhula Brücke, die zu überqueren ein Muss ist. Auch von dort aus sieht man die vielen Tempel der Stadt und erreicht am Ende die German Bakery. Natürlich tummeln sich gerade an dieser Stelle wieder viele Heilige , Möchtegernheilige , bettelnde Heilige , die man sofort infrage stellt.

Aber irgendwie müssen diese ganzen Menschen überleben.

Wir hatten uns schon gefragt, wie die Inderinnen ihre wunderschönen Saris bei Regenwetter schützen und waren erstaunt, dass man sich eine Plastikpelle überhängt. Regenschirme waren gar nicht so angesagt, außer bei den Touristen.

In der German Bakery hatten wir erst einmal Genuss pur, einen tollen Blick auf die Brücke und die Heiligen und konnten dann auch nach einem kurzen Spaziergang beruhigt, gesättigt und erfüllt die Stadt verlassen.

Rishikesh teilt sich in den Bezirk der Brücke und in den Bezirk des Ghat. Die Bezirke sind durch einen Fluss getrennt . Schade , so dachte ich, dass die beiden Teile der Stadt nicht durch eine Fußgängerbrücke verbunden sind , damit man gemütlich am Ganges die gesamte Stadt ablaufen kann, aber sowas scheint den Indern gar nicht wichtig zu sein. Sie nehmen lieber die beschwerliche Fahrt oder einen riesigen Umweg zu Fuß von einem in den anderen Bezirk in Kauf.

Den Bezirk des Ghats sollte ich am Abend noch bei der Aarti Zeremonie kennenlernen.

Varanasi – heilige Stadt und Stadt der Toten

Ich habe Mühe über Varanasi zu schreiben. Varanasi stößt ab und zieht an – zugleich . Die Stadt ist schmutzig und stinkt . Nach 7 std. Fahrt müssen wir vom Parkplatz durch eine schmale Gasse von Bettlern, so haben sich die Bettler drapiert , zum Hotel . Es ist furchtbar und man kann den vielen streckenden “ Töpfen “ garnicht ausweichen . Man sieht völlig ausgemergelte Gestalten mit großen Augen , die dich anschauen und um Hilfe betteln . Ich flüchte fast zum Hotel , denn du kannst nicht einem was geben und den anderen nicht und für alle da zu sein , geht auch nicht , denn die Nächsten stehen schon bereit um aufzurücken .

Das Hotel liegt gleich am Assi Ghat , hat den Blick auf den Ganges und ist wunderschön historisch . Ich mag es gleich und die Räume sind schön.

Man glaubt , dass Varanasi im 3 Jt vor Chr. gegründet wurde , aber so ganz sicher ist das nicht . Es ist eine äußerst alte Stadt und ein Pilgerzentrum, denn es gibt sehr viele heilige Männer.

Es gibt 70 Bade Ghats , die den Indern für die rituelle Reinigung im Ganges dienen . Bei Sonnenaufgang sind sie alle voll und die Menschen tummeln sich im Wasser , manche nach einem genauen Ritual , manche lassen sich treiben, aber untertauchen tun sie alle . Es ist ein fröhliches und trauriges Bild , das wir morgens vom Boot aus beobachten konnten .

Zuerst aber sehen wir die Ghats am ankommenden Abend bei Sonnenuntergang ebenfalls vom Wasser aus und sind stark beeindruckt von der Bebauung , die bis ans Wasser reicht , mal hausähnlich und mal tempelähnlich anmutet . Wir sehen auch Tempel , aber was mich nachhaltig beschäftig ist der direkte Kontakt mit der Vergänglichkeit. Zwei Verbrennungsplätze gibt es in dem Bereich am Ganges und es werden bis zu 60 Tote täglich verbrannt. Die Feuer sind vom Boot aus gut zu erkennen, die Trauernden sind zum Teil bei den Toten , wir erkennen körperliche Umrisse von Flammen umgeben . Auch bei unserer morgendlichen Fahrt verbrennen immer noch Leichen – 24 Stunden am Tag . Es wird Holz angekarrt und Blumen und Deko Material liegt verstreut . Eine Verbrennung ist für die Familien teuer und schon auf dem Weg haben wir einen Leichentransport beobachtet . Die Leiche lag oben geschmückt auf einem Tuk Tuk und die Familie saß im Tuk Tuk , wahrscheinlich auf dem Weg zum Verbrennungsort , denn bei der Hitze muss alles schnell gehen . Das geht mir alles sehr nahe und konfrontiert mit der eigenen Vergänglichkeit. Nach dem Tod braucht die Seele kurze Zeit , um den neuen Weg zu finden und was verbrannt wir, ist nur noch unsere körperliche Hülle .

Übrigens Kinder , Jugendliche und Schwangere werden mit einem Stein beschwert und im Ganges versenkt . Unser Guide meint übrigens , der Ganges sein bakterienfrei , mein Reiseführer meint das nicht , sondern spricht davon , dass der Anteil an Kolibakterien den Grenzwert um 3000% übersteigt … bitte keine Wasserspritzer und bloß nicht reinfallen .

Der berühmteste Ghat ist der Dasaswamedh Ghat . Dort soll Brahma , der Weltschöpfer , ein wichtiges Opfer vollzogen haben . Wir können uns die Götter nicht merken und müssen wir ja auch nicht , denn Hindu kann man nicht werden , sondern man wird so geboren.

Wir erleben am Abend am Dasaswamedh Ghat eine hinduistische Zeremonie, aufwendig gestaltet , fast Extase der vortragenden singenden Mönche und viel Feuer . Massen von Menschen sind anwesend und die Menschen auf den Booten lassen die Blumenopfer zu Wasser. Kleine Kerzen werden angesteckt und in den kleinen Schalen sind bunte Blumen, die die Kinder verkaufen – man kann nicht ausweichen- aber die vielen Lichter auf dem Wasser sehen auch schön aus .

Unser Treffen am Morgen begann um 5.15 Uhr und um 5.30 Uhr war die Stadt schon voll , die Straßenhändler da , der Masala Tee am Straßenrand gekocht und die Blumengebinde fertig , die Heiligen schon unterwegs und die Bevölkerung ebenfalls zur Waschung . Unvorstellbar..

Am Ghat machen schon die Yoga Gruppen ihre Übungen .

Zurück in die Altstadt , bedrückend , eng , stinkig , miefig, Müll .. und ein Polizeiaufkommen , das sich dadurch erklärt , dass in der Nähe des alten Vishvanath Tempel die Moslems eine Moschee gebaut haben und es hier immer man Spannungen gibt . Auch will man Terroranschläge vermeiden . Natürlich keine Fotos.

Wir schauen uns auch den neuen Vishvanath Tempel auf dem Baranas Uni Gelände an, der mich überhaupt nicht berührt, spartanisch und kühl , eine Abfertigung der Gläubigen , aber das Unigelände ist toll . Großzügig und mit großen Parkanlagen .

Dann gehts zu Mutter India , einer Marmorplatte , die Indien und die angrenzenden Gebiete und Länder darstellt . Toll gemacht. Man sieht das tibetische Hochplateau und den Himalaya …

Wir fahren während unseres Aufenthaltes in Varanasi noch nach Sarnath .

Hier soll Buddha das Rad der Lehre in Bewegung gesetzt haben, nachdem er in Bodhgayā erleuchtet wurde .

Im Gazellengarten liegen die Ruinen der Dhamekh Stupa aus dem 5.Jh , wo die erste Predigt Buddhas stattfand.

Ich finde noch das archäologische Museum besuchenswert , das wir uns anschauen.

Die Weberei Besichtigung , die uns wirklich Zeit geraubt hat , war nicht nötig , obwohl wir dem Kaufrausch verfallen sind und Mitreisende , die unseren Einkauf abbrechen wollten , hat man einfach ignoriert und ausgeschlossen … ja gehts noch , haben wir aber erst später erfahren .

Das war für mich ein harter Tag , zuviel Eindrücke, das kann man nicht verarbeiten und mir hängen die Toten Laiber nach , die man zum Teil noch geschrumpft erkennen konnte . Bis zu 6 Stunden dauert die Verbrennung und für Hüften der Männer braucht man mehr Hitze wie auch für den hinteren Schädel von Frauen …. und die Leichen Im Ganges mag man sich auch nicht vorstellen.

na dann mal guten Schlaf …